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Die Deutschen begegnen der anhaltenden Finanzkrise mit Gelassenheit

27.05.2009
ARAG
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- Stimmung hat sich gegenüber Mai 2008 sogar verbessert
- Erste Dämpfer beim Konsumverhalten sind zu erkennen
- Vertrauen in Versicherungen nimmt wieder zu


Zweimal im Jahr befragt die ARAG gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut Emnid mehr als 1.000 Deutsche zu ihren Zukunftserwartungen. Die Auswertung der repräsentativen Umfrage liefert ein eher überraschendes Ergebnis: Offensichtlich begegnen die Deutschen der wirtschaftlichen Krise mit mehr Gelassenheit als dies vor dem Hintergrund der aktuellen Lage zu erwarten war.

In Bezug auf die zukünftige persönliche wirtschaftliche Situation ist seit einigen Jahren die Sorge vor dem sozialen Abstieg das Kernthema der Deutschen. Auch im Jahr 2009 ist dies eine der größten Befürchtungen der Bundesbürger. Immerhin gaben 61,0 Prozent der Befragten entsprechende Sorgen zu Protokoll. Erstaunlich ist aber der Jahresvergleich: Im Mai 2008 lag der Wert noch bei 69,7 Prozent. Noch deutlicher fällt der Vergleich zum Jahr 2007 aus. Damals markierten 89,7 Prozent ein absolutes Stimmungstief. Bisher zeigten die Umfragen, dass die Stimmung der Deutschen stets schlechter war als die tatsächliche wirtschaftliche Lage. Angesichts der Jahrhundertkrise in der Weltwirtschaft hat sich diese Formel zumindest für das Frühjahr 2009 umgekehrt - und das, obwohl die deutsche Wirtschaftsleistung im ersten Quartal 2009 um historische 3,9 Prozent gesunken ist.

Ein erster Stimmungsdämpfer ist lediglich bei den Konsumabsichten der Bundesbürger zu erkennen. So befürchten 38,8 Prozent der Bevölkerung, dass sie in Zukunft auf größere Anschaffungen oder gar den Urlaub verzichten müssen. Das sind 6,3 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Aber auch hier schlummert eine Überraschung: Dieser Wert hat sich nur in den alten Bundesländern erhöht. In den neuen Ländern ist er sogar gesunken. Was größere Anschaffungen und die schönsten Wochen des Jahres angeht, sehen die Ostdeutschen im Krisenjahr 2009 optimistischer in die nahe Zukunft als noch im Frühling des Vorjahres.

Ist die Finanzkrise auch eine Rentenkrise? Für die Deutschen eher nicht. 57,9 Prozent glauben, dass die gesetzliche Rente auf keinen Fall zur Altersabsicherung ausreicht. Vor einem Jahr waren es nur drei Prozent weniger (54,3 Prozent). 2007 waren die Deutschen noch deutlich schlechter auf die gesetzlichen Rentenleistungen zu sprechen. Damals gaben 68,5 Prozent zu Protokoll, dass die staatlichen Leistungen im Alter nicht ausreichend sein werden.

Vor dem Hintergrund der Krise und dem schwindenden Vertrauen in die gesetzlichen und privaten Möglichkeiten zur Altersvorsorge lohnt ein Blick auf das Vertrauen, das die Deutschen den Versicherungen entgegenbringen. Zu Beginn der Finanzkrise, im Herbst 2008, glaubten noch 44,6 Prozent der Deutschen, dass der Banken-Crash auch die Glaubwürdigkeit der Versicherungen nachhaltig schädigen wird. Nach einem halben Jahr sind davon in der aktuellen Befragung allerdings nur noch 32,2 Prozent der Deutschen überzeugt. Offenbar nehmen die Befragten genau zur Kenntnis, dass bisher kein deutsches Versicherungsunternehmen durch die Finanzkrise in tief greifende Schwierigkeiten geraten ist.

Unter dem Strich zeigt sich, dass die Bundesbürger ausgesprochen robust auf die Krise reagieren. Sie nehmen die Krisenmeldungen zur Kenntnis, zeigen aber mit ihren persönlichen Einschätzungen keinen grundlegenden Stimmungswechsel. Der ARAG Deutschland Trend zeigt im Vergleich zu den Vorjahren, dass die Bundesbürger auch in wirtschaftlich guten Zeiten ihre Skepsis gegenüber der wirtschaftlichen Lage beibehalten und sie daher heute angesichts der Finanzkrise nicht aus allen Wolken fallen. Das Zeitfenster für die wirtschaftliche Erholung war in den vergangenen zwei Jahren zu kurz, um die nachhaltigen und kontinuierlichen Kriseneindrücke seit Ende 2001 wirklich überlagern zu können.

Die Sorgen der Deutschen projizieren sich wesentlich stärker auf die Stabilität der sozialen Marktwirtschaft. 55,2 Prozent der Befragten gaben an, dass sie die Finanzkrise für eine Bedrohung der sozialen Marktwirtschaft halten.

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